Jahreshauptversammlung der Männerriege Sitterdorf
Jahresbericht 2025 der Männerriege Sitterdorf
Logbuch 2024 der MRS
Das Gedicht «Nis Randers“ von 1904 stammt aus der Feder von Otto Ernst.
Krachen und Heulen und berstende Nacht, Dunkel und Flammen in rasender Jagd - Ein Schrei durch die Brandung! Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut. Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut; Gleich holt sich’s der Abgrund.
Nein, mit dem Schiff und mit der Mannschaft der Männerriege ist es noch lange nicht so weit. Sie ist weder schiffbrüchig noch dem Untergang geweiht; ganz im Gegenteil. Das zeigte sich bei der immer wiederkehrenden Versammlung an Deck. Es waren nahezu alle da, klägliche, teils ausgemergelte Jammergestalten. Es fehlten nur High Tower, Ricky Lüthke und der verschmitzte Müller Stefan. In den zerfurchten, vernarbten und ausgehungerten Gesichtern konnte der Käpten aber immer noch den gleichen Glanz und die gleiche Kampfbereitschaft in den funkelnden Augen seiner Männer erkennen. Er lobte dann auch deren kompromisslose und getreue Einsatzbereitschaft zum Wohle aller. Auch der Dukatensammler «Zebi» wurde in die lobenden Worte miteinbezogen, zumal er die erbeuteten Dukaten immer sehr ordentlich in der knarrenden Schatzkiste verwahrt. Von ursprünglich beinahe 18’000 Golddukaten hatte er jedoch eine grosse Menge für den InselLandgang und für seine geheime Alkoholsucht verprasst. Trotz dieser Misswirtschaft huldigte ihm die Meute mit lautem Gejohle und Gestampfe. Denn der 4-tägige Landgang führte uns auf die ballermanische Insel, ähhh Balearische Insel, Mallorca. Dort vergnügte sich die ganze Horde an Bier und Wein, und labten die Augen an fülligen, wohlgeformten und lieblich anmutenden Frauen und sie gaben sich voll und ganz dem «dolce far niente» hin. Und wieder warfen sich ein paar unverfrorene Seeleute in diverse Kämpfe mit anderen Mannschaften. Wie immer kämpften sie mit blossen Fäusten um jeden Ball. Teils gingen sie siegreich aber auch ein paar Mal mit Niederlagern aus diesem Schlagabtausch hervor. Geschunden und teils blutverschmiert konnten sie aber mit Stolz gute und köstliche Schätze Heim bringen, welche dann sogleich von den ausgehungerten Kameraden verschlungen wurden. Nun ging es darum, wer den nächsten Raubzug an Land organisieren soll. Nach langem Schweigen in der Runde meldete sich dann Electricisca Hans. Anscheinend weiss er mehr als wir anderen, zumal er etwas weiss, wo wir in Germanien eine Bierbrauerei überfallen könnten. Da sind wir ja mal gespannt, was uns da erwartet. Nun kam die üblich Predig von unserem Schiffs-Pfäffchen. Er liess uns in Erinnerungen leben, wie sündig auf dem letzten Landgang im Ballermann geballert wurde. Seine Worte und seine Musik sollten uns an ein ehrfürchtiges Leben ermahnen. – Wer’s glaubt, wir machen weiter so wie immer-. Es gibt nur Null oder Hundert, etwas anderes liegt nicht drin. Nun ging das grosse Fressen und Gesaufe in der Bären-Hütte los, Steaks und Koteletts. Schmatzend palaverten die ausgehungerten Seeleute von alten Zeiten und gaben sich sinnlos Bacchus hin. (Bacchus ist ja der Gott des Weines, des Rausches, des Wahnsinns und der Ekstase). Und, weiter geht das grausame Spiel, ganz nach dem Motto: «Und ist das Wetter noch so trübe, hoch das Bein und rein die Rübe!»
Logbuchführer Paul Schmidhauser